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Bundesrat muss im Klimaschutz nachlegen

Daniel Lüscher, 18.11.2014

Erderwärmung (Pixabay)Der Bundesrat verabschiedet morgen das Verhandlungsmandat für die Klimakonferenz in Lima und wird die längerfristigen Klimaziele für die Schweiz diskutieren. Erste Verhandlungsangebote hierzu haben die drei grössten Treibhausgasemittenten der Welt bereits abgegeben: China, USA und die EU. Dieses aktive Vorpreschen verspricht gute Chancen im Hinblick auf den Abschluss eines neuen weltweiten Klimaabkommens. Dennoch führen diese ersten Verhandlungsangebote die Welt noch nicht auf den Pfad, der einen gefährlichen Klimawandel verhindert. Selbst wenn alle anderen Länder vergleichbare Ziele verabschieden. Deshalb fordert die Klima-Allianz, dass die Schweiz nun die Chance nutzt und 2-Grad-kompatible Ziele vorlegt. Dies entspricht einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 60% bis 2030 gegenüber dem Stand von 1990.

Die Folgen des Klimawandels stellen eine akute Bedrohung für unsere Lebensgrundlagen dar. Der fünfte Bericht des Weltklimarats IPCC lässt daran keine Zweifel mehr. Die WissenschaftlerInnen zeigten nicht nur auf, wie sich die Welt ohne Klimaschutz verändern wird, sondern es wird auch eruiert, was gegen eine zu starke Klimaerwärmung unternommen werden kann. Mit der Berechnung des global verbleibenden Klimagas-Budgets zur Einhaltung des 2°C-Ziels besteht eine solide Grundlage für nationale Reduktionspläne. «Der Bundesrat kann und muss heute beweisen, dass er die wissenschaftlichen Berichte nicht nur liest, sondern auch als Grundlage für seine politischen Zielsetzungen nutzt», fordert Patrick Hofstetter, Koordinator der Klima-Allianz, der auch myblueplanet angehört.

Wird mit dem verbleibenden Klimagas-Budget gerechnet, muss die Schweiz die Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2030 um mindestens 60% (gegenüber 1990) absenken. Bis 2050 müssen die Netto-Emissionen gänzlich verschwinden. «Solch ambitionierte Reduktionsziele sind keine Fiktion. Deutschland hat eine Reduktion von 55% bis 2030 angekündigt, Dänemark geht sogar noch weiter: Bis 2035 sollen fossile Energien aus der Produktion von Wärme und Strom verbannt werden und bis 2050 soll der Energiesektor zu 100% erneuerbar sein», erläutert Georg Klingler, Klimaexperte bei Greenpeace.

Da die Schweiz in der Vergangenheit für hohe Treibhausgas-Emissionen gesorgt hat, besteht eine historische Verantwortung für das sich anbahnende Klimadesaster. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, muss die Schweiz gemeinsam mit anderen wohlhabenden Ländern zusätzlich zu den Inland-Reduktionen auch im Ausland Reduktionsbemühungen finanzieren.

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