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CO2-neutral Autofahren ist möglich und erschwinglich: Der TCS rechnet vor

Elena Ibello, 13.08.2014

Der TCS hat einen interessanten Versuch unternommen: Mit dem Ziel, CO2-neutral zu fahren, hat der Touringclub eine eigene Solaranlage installiert, um damit ein elektronisches Testfahrzeug zu betreiben. Der von der Anlage produzierte Solarstrom wird im Einvernehmen mit dem Elektrizitätswerk ins Netz eingespiesen. Das TCS-Testfahrzeug Citroën C-Zero kann damit rund 6'000 km pro Jahr zurücklegen, wie der TCS in einer Mitteilung schreibt.

Das Testfazit: Längerfristig liegt der Gesamtaufwand für ein mit Solarstrom betriebenes E-Fahrzeug um gerade einmal 10 Prozent höher als jener eines herkömmlichen Kleinwagens. «Autofahren mit "eigenem" Solarstrom aus der Steckdose ist zwar nicht billig, kann sich langfristig und angesichts der knapp werdenden Ressourcen aber durchaus lohnen. Die Erdölförderung und der damit verbundene Benzinpreis sind zudem stets auch politischen Unwägbarkeiten ausgesetzt», schreibt der TCS.

Nutzen und Ertrag

Mit einer eigenen, handelsüblichen «Plug & Play»-Solaranlage ergibt sich ein Strompreis von 38 Rappen pro Kilowattstunde (kWh), wie der TCS vorrechnet. Er vergleicht dazu die Kosten der Anlage mit dem Ertrag von durchschnittlich 1000 kWh pro Jahr bei einer zu erwartenden Lebensdauer von 25 Jahren. Der selbst produzierte Strom ist damit rund 50 Prozent teurer als Netzstrom zum Haushaltstarif von etwa 25 Rappen pro kWh.

Das ergibt Energiekosten von 6.10 Franken pro 100 km für den Citroën C-Zero. Bei einem angenommenen Benzinpreis von 1.80 Franken pro Liter liegen die Treibstoffkosten eines herkömmlichen Kleinwagens mit einem Verbrauch von 6 Liter auf 100 km mit 10.80 Franken jedoch wesentlich höher. Darum kommt der TCS bei seiner Gesamtkostenrechnung zum Schluss: Die Anschaffung eines E-Fahrzeugs zum aktuell marktüblichen Preis kommt nicht mehr wesentlich teurer zu stehen als der Kauf eines herkömmlichen Kleinwagens. Zwar fallen die Kosten für eine eigene Solaranlage ins Gewicht. Doch bezieht man den Neuwagenpreis sowie die Kosten für Service und Reifen über einen Zeitraum von zehn Jahren in die Rechnung mit ein, kostet ein mit Solarstrom betriebenes E-Fahrzeug letztlich nur noch etwa 10 Prozent mehr. – Ein Mehraufwand, der sich langfristig lohnt.

Elektroautohersteller drückt aufs Gaspedal

Eine solche Rechnung – mit oder ohne Solarstromanlage – scheinen immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer gemacht zu haben. So steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiter. Zumindest der Hersteller «Tesla» rechnet offenbar mit einem enormen Anstieg. Zwar verdoppelten sich bei Tesla die Verluste im zweiten Quartal 2014. Über 56 Millionen Franken betragen sie derzeit. Dennoch will der Elektroautohersteller bis Ende 2015 dreimal so viele Autos bauen wie 2014, wie er kürzlich bekannt gab. Mit Panasonic wurde der Bau einer eigenen Batteriefabrik für fünf Milliarden Dollar vereinbart.

Neben Elektroautos gibt es derweil auch andere elektronisch betriebene Fahrzeuge, die die persönliche Mobilität gewährleisten und die Umwelt schonen. Hier gibt es ein interessantes Video der Mobilitätsakademie dazu. – Und für jene, die gleich vom Gas- aufs Velopedal umsteigen wollen: Mitmachen bei unserer Aktion Bike4Car!

(Bild: Barbara Eckholdt  / pixelio.de)

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