Direkt zum Inhalt

Hazel Brugger: «Gibt's beim Fussball eine rote Karte, sind Horden von Fans entsetzt. Stirbt eine Tierart aus, interessiert das wenig»

Kategorien: Portraits
Anne Nuria Boekhout, 14.01.2015

Hazel Brugger ist 21 Jahre alt und Schweizer Meisterin im Poetry Slam. Schon seit einigen Jahren schreibt sie Geschichten für sich selbst und für die Bühne. Auch beim Neujahrsapéro von myblueplanet am 20. Januar 2015 ist sie als Ehrengast von myblueplanet mit dabei. 

 

Klimawandel: warum ist dir das Thema wichtig? Und was besorgt dich am meisten, wenn du an unser Klima denkst? 
Das Klima ist vor allem ein spannendes Thema, weil es als Konzept ja eigentlich viel zu gross ist, als dass ein einzelner Mensch es begreifen könnte. Natürlich kann man sagen, dass in den nächsten achtzig Jahren bestimmt alles noch irgendwie gut geht und man sich durchmogeln kann wie bisher, aber eigentlich wird man, wenn es zu Klimaschutz kommt, gefordert, so richtig zukunftsbezogen zu denken. Ein viel emphatischeres Thema kann ich mir nicht vorstellen als den Schutz einer Welt, in der man schon tot ist. Sorgen macht mir vor allem das Artensterben - kriegt ein Fussballer eine rote Karte und muss für die restliche Spielzeit aussetzen, bringt das ganze Horden von Fans zum Verzweifeln, stirbt aber eine gesamte Tierart aus, interessiert das in der Regel leider herzlich wenig. 

Dein Freundeskreis ist jung. Wie erlebst du das Thema dort? Ist klimafreundliches Verhalten «in» oder «out»?  
Ich korrigiere: Mein Freundeskreis besteht auch aus jungen Leuten. Ja. Wie klimafreundlich gehandelt wird, kann man so pauschal nicht sagen, das kommt ganz drauf an, aber sicherlich erlebt die Empfänglichkeit für nachhaltiges Verhalten gerade einen Boom, was sicher nichts Schlechtes ist.

Was machst du selbst privat, um Energie und CO2 zu sparen? 
An fast alle meine Auftritte fahre ich mit dem Zug, also durch den gesamten deutschsprachigen Raum. Zudem kaufe ich kein Fleisch und zu faul um den Führerschein zu machen bin ich obendrein. Das reicht aber natürlich alles nicht, ich weiss, aber das ist ja die Krux am Leben in der ersten Welt: Man hat von allem zu viel ausser von echter Ahnung und Einfluss.

Was wünschst du dir für den Klimaschutz in der Schweiz und international? Was muss sich ändern? 
Eine Sensibilisierung sollte so früh wie möglich stattfinden, gerade in Sachen Abfall und Recycling fände ich Themenwochen in Kindergärten und Schulen eine gute Sache. Das wäre ein kleiner Aufwand mit gar nicht so kleinem Erfolg.

Dein persönlicher Klimaschutzvorsatz für 2015? 
Dass ich jeden Abend meine Standby-Modi (sowohl bei den Geräten als auch im Kopf) ausmache, das sollte ich noch perfektionieren.

Mehr: www.hazelbrugger.ch

Neuer Kommentar

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.