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Jessica Cristino, Pina Fiore, Dafina Elmazi: «Früher oder später muss sich jeder mit dem Klima befassen»

Anne Nuria Boekhout, 07.04.2015

Jessica Cristino, Pina Fiore und Dafina Elmazi sind Lernende des Ausbildungsverbundes der Stadt Zürich. Im Jahr 2014 nahmen sie an einem bluecamp teil. Entstanden ist daraus eine Strassenaktion zum Thema Wasser und Klimaschutz, «mywater», die sie am 25. März zusammen mit myblueplanet organisierten - und dabei auf Begeisterung stiessen. Im Interview erzählen sie uns über die Erfolgsgeheimnisse hinter dem Projekt, was es ihnen letztendlich gebracht hat und wie sie den Klimaschutz in ihren Alltag integrieren. 

Klimaschutz: Warum interessiert ihr euch für das Thema?

Pina: Wieso sollte man sich nicht für den Klimaschutz einsetzen? Früher oder später muss sich jeder damit befassen, ob er nun will oder nicht. Wenn dann ein zusätzliches Wissen angeeignet werden kann, sage ich nicht nein.

Jessica: Mit dem Klimawandel wird man täglich konfrontiert, deshalb ist es von Vorteil, wenn man auch die Hintergründe näher kennenlernt. So kann man selber etwas dazu beitragen.

Dafina: Für mich ist Klimaschutz ein aktuelles und interessantes Thema. Wenn man schon auf dem «blauen Planeten» lebt, sollte man über ihn auch mehr wissen. 

Inwiefern habt ihr euch im Rahmen eurer Ausbildung mit dem Thema Klimawandel und Klimaschutz befasst?

Pina: Wir alle nahmen an einem bluecamp von myblueplanet teil. Dort erhielten wir hilfreiche Tipps, wie man z. B. Energie oder Wasser spart. Zwar habe ich schon viel von den Medien mitbekommen, jedoch wurde es mir nie so gut wie im bluecamp erklärt.

Dafina: Das Hintergrundwissen über das Klima, das wir dort erhielten, konnten wir gleich nach den bluecamps einsetzen. Wir hatten auch die Möglichkeit, während unserer Ausbildung das Projekt «mywater» zu veranstalten.   

Die mywater-Strassenaktion habt ihr gemeinsam mit myblueplanet organisiert. Wie habt ihr die Aktion erlebt? Was habt ihr dabei gelernt?

Pina: Die Stimmung war perfekt, über das Wetter konnte man sich auch nicht beklagen und die Passanten haben mitgemacht was das Zeug hält. Zudem habe ich sehr viel dazugelernt, insbesondere konnte ich mich auf der organisatorischen Ebene verbessern und dazulernen. Klar, es gab auch knifflige Aufgaben. Ein Beispiel: uns blieben noch ca. zwei Monate übrig und die Sponsoren sprangen ab. Wir waren auf uns alleine gestellt und mussten sozusagen noch mal von vorne beginnen. Zum Glück konnten wir noch zwei zuverlässige Sponsoren angeln, die Wasserversorgung der Stadt Zürich und das Umwelt- und Gesundheitsdepartement der Stadt Zürich. 

Jessica: Nicht nur wir, sondern auch die Passanten hatten viel Spass dabei und waren der Meinung, dass so eine Aktion öfters durchgeführt werden sollte. Wir konnten sehr viele Erfahrungen sammeln, die uns auch später mal sehr hilfreich sein werden. Ich persönlich finde es eine gute Idee, dass Lernende schon in der Lehre ein Projekt von sich aus starten. So kann man sein organisatorisches und administratives Wissen erweitern und vertiefen.

Scheinbar haben alle Stadträte eine der blauen Flaschen erhalten, und Stadtrat Filippo Leutenegger kam sogar auf den Paradeplatz. Wie kam es dazu?

Pina: Zurzeit arbeite ich im Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich, und zwar im Departementssekretariat. Das Departementssekretariat ist die Drehscheibe zwischen Politik und Verwaltung. Vorsteher Filippo Leutenegger ist für unser Departement zuständig. So kam es zu folgendem Ereignis: Kurz bevor die Aktion stattfand, hatte ich am Montagmorgen ein Gespräch mit ihm. Ich durfte ihm das Projekt vorstellen. Er wollte sich das Ereignis ansehen und blickte in sein Kalender, ob sich das überhaupt einrichten lasse. Darauf sagte er mir, dass er gegen 12 Uhr vorbeikomme. Tatsächlich kam er vorbei und hat sogar selber an der Aktion teilgenommen. Wir haben anschliessend auch für die acht weiteren Stadträtinnen und Stadträte Flaschen bereitgestellt, sowie für die Stadtschreiberin und den Rechtskonsulenten. Am Mittwoch bei der Stadtratssitzung überreichte er mit Freude unsere Flaschen.

Was macht ihr im Alltag für den Klimaschutz? Was ist euer persönlicher Tipp?

Pina: Man muss nicht viel tun, um etwas für den Klimaschutz beizutragen. Beispielsweise kann man gut auf PET-Flaschen verzichten. Wir können froh sein, dass wir in einem Land leben, in dem wir trinkbares Wasser haben. Aus vielen Gründen ist es in vielen Ländern gar nicht möglich, Hahnenwasser zu trinken. Zudem ist Wasser gesund! Süssgetränke sind schädlich und kalorienhaltig.

Ein weiteres Thema wäre das Entsorgen von Zeitungen. Ich sehe es immer am Morgen und am Abend, wenn ich mich auf dem Weg zur Arbeit begebe oder nach Hause gehe. Alle lesen gespannt die Zeitung «20 Minuten». Nachdem die Pendler ihre Zeitungen gelesen haben, bleiben diese bei den Plätzen liegen. Obwohl die SBB einen separaten Behälter für Zeitungen bereitstellt, reagiert kaum jemand darauf. Eigentlich ist es aber ganz einfach. Bevor man aussteigt, kann man die Zeitung mitnehmen und in den Behälter legen. Das Gleiche gilt auch für die PET-Flaschen. Heutzutage findet man überall Entsorgungsbehälter, die ausschliesslich für PET-Flaschen gedacht sind. Denn letztendlich tut man nicht nur dem Klima einen Gefallen, sondern auch sich selber.

Jessica: Es gibt viele kleine Dinge, die man ohne viel Aufwand, täglich für den Klimaschutz beitragen kann. Zum Beispiel den Abfall trennen oder auch auf eine wiederverwendbare Flasche umsteigen. 

Dafina: Im Büro kann man auch sehr viel Papier sparen, indem man nur wichtige E-Mails ausdruckt sowie nachfüllbare Stifte benützt. Im Winter achte ich darauf, dass zwei- bis dreimal täglich während 5 Minuten gelüftet wird. 

Foto: Jessica Cristino (links), Pina Fiore (mitte) und Dafina Elmazi (rechts) 

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