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Melina Wittmann: «Das Thema Klimaschutz wird noch immer zu stiefmütterlich behandelt»

Kategorien: Portraits
Elena Ibello, 21.08.2014

Melina Wittmann beschäftigt die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Und auch, wie sie jene Menschen auf der Strecke lässt, die in unserem leistungsorientierten System nicht mehr mithalten können. Nach einem kurzen Praktikum auf der Geschäftsstelle bei myblueplanet arbeitet die 32-jährige St. Gallerin nun in ihrer Heimatstadt als Sozialpädagogin und unterstützt daneben myblueplanet als Volunteer.

Warum engagierst du dich für den Klimaschutz?

Ich bin ein Mensch, der sich dafür interessiert, was in der Gesellschaft vor sich geht und manchmal ein wenig pessimistisch in die Zukunft schaut – gerade wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Auch wenn viele schon sensibilisiert sind in Sachen Klimaschutz, wird in meinen Augen das Thema immer noch viel zu stiefmütterlich behandelt. Saubere Luft und natürliche Ressourcen werden immer knapper. Man darf der Ausbeutung der Natur nicht einfach zusehen.

Das heisst, so wie bisher geht es deiner Meinung nach nicht weiter...

Nein, das geht nicht. Weitermachen wie bisher führt meiner Meinung nach früher oder später zum Kollaps. Soweit soll es nicht kommen. Aber um das zu verhindern, braucht es Wille und Einsatz von allen Seiten – vor allem auch von politischer. Ich selber will die Umstände nicht einfach so hinnehmen und meinen Beitrag leisten. Deshalb bin ich auch bei myblueplanet. Aber auch als Privatperson leiste ich meinen Beitrag zum Klimaschutz.

Wie sieht denn dein persönlicher Beitrag aus?

So gut es geht, verzichte ich auf das Auto. Die Schweiz mit ihrem ÖV-Netz macht es einem hier ja wirklich einfach. Auch mit dem Recycling von Alu, PET, Glas, Batterien und Papier leiste ich einen kleinen Beitrag.

Mit dem Autofahren sprichst du unser aktuelles Monatsthema an. Wie bewegst du dich denn im Alltag?

Oft zu Fuss. Nicht nur wegen dem Umweltschutz, sondern auch für die persönliche Fitness und Entschleunigung im Alltag. Für grössere Distanzen nehme ich die öffentlichen Verkehrsmittel und nur in Ausnahmefällen das Auto. Zum Beispiel, wenn ich grössere Gegenstände befördern muss, die sich mit dem ÖV leider nicht so gut transportieren lassen.

Verrätst du uns deinen ganz persönlichen Klimatipp?

So wenig wie möglich mit dem Flugzeug verreisen. Das hinterlässt immer noch einen grossen ökologischen Fussabdruck. Aber auch im Alltag kann man durch bewusstes Einkaufen von gut ausgewählten Lebensmitteln, Recycling und das Nutzen des Öffentlichen Verkehrs einiges zum Klimaschutz beitragen.

Wie hast du die Sommerzeit bisher verbracht?

Ich bleibe im Sommer meistens in der Schweiz. Kürzlich habe ich einige Tage in der Westschweiz am Genfersee und im Waadtländer Jura verbracht. Das war schön. Im Übrigen verbringe ich meine Freizeit gerne mit Freunden bei gemeinsamen Aktivitäten. Zum Beispiel beim Segeln auf dem Bodensee. Und hin und wieder bin ich auch ganz gerne alleine, lese ein Buch oder backe etwas.

Wie bist du zu myblueplanet gestossen?

Auf myblueplanet wurde ich per Zufall aufmerksam im Internet. Darauf habe ich mich um ein Praktikum bemüht und konnte nun bei verschiedenen Aktionen mithelfen und administrative Aufgaben erledigen.

Du bist ausgebildete Sozialpädagogin. Warum hast du dich für eine Ausbildung in Sozialer Arbeit entschieden?

Weil ich mich für die Menschen interessiere, die in der leistungsorientierten Gesellschaft nicht mithalten können und wenig Beachtung finden. Ausserdem vermittelt das Studium nicht nur Wissen, sondern bildet auch die Persönlichkeit.

Du wechselst nun wieder in deinen ursprünglichen Arbeitsbereich und trittst eine Stelle als Sozialpädagogin in St. Gallen an. Was nimmst du mit aus deiner kurzen Zeit auf der Geschäftsstelle von myblueplanet?

Klimaschutz muss nicht langweilig und trocken sein, sondern kann mit diversen Aktionen cool verpackt und den Leuten so näher gebracht werden, ohne belehrend zu wirken.

Du verlässt zwar die Geschäftsstelle, nicht aber myblueplanet. Wieso?

Umweltschutz ist für mich eine Herzensangelegenheit, die nicht abends um 17 Uhr endet. Darum werde ich mich weiterhin für myblueplanet engagieren, als Volunteer.

Was wünschst du deinem Nachfolger auf der Geschäftsstelle von myblueplanet?
Alles Gute! Viel Freude und lehrreiche Momente in einem aufgestellten und engagierten Team.

Wir wünschen dir viel Freude und Erfolg bei deiner neuen Arbeit!
Merci!

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