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Regina Hubschmied: «Es gibt mir ein gutes Gefühl, mich als Freiwillige für den Klimaschutz zu engagieren»

Kategorien: Portraits
myblueplanet - today together for tomorrow, 24.04.2014

Regina Hubschmied, myblueplanet, Klimaschutz

Als ich mich 2007 zum ersten Mal richtig mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen begann, wurde mir klar, dass ich nicht einfach weiter machen konnte wie bisher. Ich erfuhr, wie alles im Leben zusammenhängt, und welche Verantwortung auch ich persönlich unserem Planeten Erde und den Menschen gegenüber habe. Langsam aber sicher wurde mir bewusst, wie unwissend ich mich bisher als Bewohnerin dieser Erde und als Konsumentin verhalten hatte. Mein erster Schritt auf dem Weg zum Klimaschutz war es dann, mich wirklich gut zu informieren. Ich las viel, informierte mich im Internet, nahm mit verschiedenen Stellen Kontakt auf. Je mehr ich wusste, desto klarer wurde mir, dass ich mich dafür einsetzen wollte, mein neues Wissen weiterzugeben – und auch meinen Lebensstil diesem Wissen anzupassen.

Kein Auto mehr
Natürlich sprach und spreche ich auch in meinem Freundeskreis über verschiedene Aspekte des Klimaschutzes und versuche bis heute, meine Mitmenschen sachte für eine ganzheitliche Betrachtung unseres klimaschädigenden Lebensstils zu gewinnen und zu einem neuen, klimafreundlichen zu bewegen. Anknüpfungspunkte gibt es viele und sie lassen sich je nach Person anwenden. Zum Beispiel: Weniger kaufen, dafür sehr gute Qualität. Oder: Weniger heizen und auch weniger bezahlen. Sich mal die Inhaltsstoffe auf Putzmitteln anschauen. Mehr Bewegung – weniger Auto – bessere Figur. Und so weiter. Ich selber bin übrigens gern zu Fuss in den Bergen unterwegs und trage dann Kleider aus recyceltem PET.

Über eine Freundin hörte ich dann, dass die Klimaschutzorganisation myblueplanet eine Person suche, die sich um Marketing und Kommunikation kümmert. Das gab mir die Gelegenheit, mein berufliches Können (Mitinhaberin von O2 Marketing und Kommunikation) und meinen Wunsch, zu einem nachhaltigeren Lebensstil unserer Gesellschaft beizutragen, zu kombinieren. Gemeinsam mit anderen engagiere ich mich nun seit 2008 als Freiwillige in der myblueplanet Community und O2 Marketing und Kommunikation setzt sich über Corporate Volunteering für myblueplanet ein. Und so ganz nebenbei hat sich mein Lebensstil in diesen fünf Jahren mitverändert. Heute besitze ich kein eigenes Auto mehr, dafür bin ich Genossenschafterin bei Mobility und besitze ein E-Bike. Ich geniesse es, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Velo oder zu Fuss unterwegs zu sein. Es ist entspannend und ich habe Zeit fürs Lesen. Und wenn ich es wirklich brauche, steht mir dank Mobility auch ein Auto zur Verfügung.

Fast gleichzeitig mit meinem myblueplanet-Engagement begann ich als Freiwillige im Chramschopf zu arbeiten. Das ist ein lokaler Verein in Zollikerberg, der ein Brockenhaus betreibt und mit den Einnahmen verschiedene gemeinnützige Institutionen und Vereine unterstützt. Im Chramschopf verkaufe ich etwa einmal im Monat an einem Samstag gebrauchte Waren und staune immer wieder, was wir da alles geschenkt erhalten um es zu verkaufen. Es ist schön mitzuerleben, dass es viele Menschen gibt, die wissen, dass Second Hand eine wertvolle Konsum-Alternative zum Wegwerfen darstellt. Seit zwei Jahren bin ich auch im Vorstand tätig und darf mitentscheiden, wohin das Geld vom Chramschopf geht.

Zukunfsorientiert
Freiwilligenarbeitet bedeutet mir viel. Ich gewinne damit zwar kein Geld, dafür aber Anregung, Kompetenzerweiterung, Freude, neue Bekannte. Es gibt mir ein gutes Gefühl, mich für andere Menschen oder eben für den Klimaschutz zu engagieren. Als mein Mann und ich für uns und unseren 12-jährigen Sohn vor einem Jahr mit dem Umbau eines alten Riegelhauses begannen, war es klar, dass dieses 200-jährige Haus weitere 200 Jahre vor sich haben sollte. Das bedeutet, dass wir zukunftsorientiert umbauten und die vorhandene Ölheizung durch ein alternatives Heizsystem ersetzten, der Isolation grosses Gewicht beimassen, dass die Arbeiten ein lokales kleines Bauunternehmen ausführt und dass natürliche Farben und Schweizer Parkettholz verarbeitet wurden. Auch bei den Möbeln dachten wir nach und haben uns entweder für alte neue Möbel oder qualitativ hochwertige, langlebige Stücke entschieden. Und jetzt habe ich ein neues Hobby entdeckt – ich mache aus alten Möbeln tolle Einrichtungsgegenstände.

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