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Sabina Döbeli gibt nachhaltigen Produkten eine Plattform

Kategorien: Portraits
Elena Ibello, 12.11.2014

Sabina Döbeli bringt nachhaltige Produkte unter die Leute und sensibilisiert damit die Menschen für einen sparsamen Ressourcenverbrauch. Zusammen mit ihren Geschäftspartnerinnen betreibt unsere «bluewoman November» die Plattform Faircustomer.ch. Upcycling ist für Döbeli ganz alltäglich.

«Nachhaltigkeit, nachhaltiges Leben, das geht uns alle an. Ohne ein gewisses Bewusstsein dafür geht es einfach nicht mehr. Eine prosperierende Natur, das Wohl der Gesellschaft, Kunst und Kreativität, Innovation und Wirtschaftswachstum im Einklang – so sehe ich die Welt der Zukunft. Nachhaltiges Denken und Handeln ist eine Lebenshaltung.» Das sagt Sabina Döbeli, nachdem sie eine lange Weile überlegt hat, warum sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit so intensiv auseinandersetzt. Eine Frage, die sich für sie offensichtlich gar nicht mehr stellt. Das Thema ist ihr in Fleisch und Blut übergangenen. Langfristig komme niemand mehr darum herum, sich mit der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, ist sie überzeugt. Darum ist es für sie selbstverständlich, sich um ein nachhaltiges Leben zu bemühen. Sabina Döbeli arbeitet für den Online-Marktplatz «Faircustomer.ch» sowie für die Unternehmensberatung für nachhaltige Entwicklung «Gammarus». Viele Jahre lang war sie für die Öbu, das Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften tätig. Seit mehr als 15 Jahren sind die Themen rund um Nachhaltigkeit ihr täglich Brot. Und für sie gehört dazu auch das Thema Konsum.

Es wird viel gekauft und es wird viel weggeschmissen. Beim Entsorgen ist für Döbeli ganz klar: Materialien werden getrennt entsorgt, damit alles, was rezykliert werden kann, seinen Weg im Materialkreislauf fortsetzen kann. Aber noch viel besser ist es, wenn man so wenig wie möglich weg geben muss. «Dinge, die ich mag und gerne nutze, repariere ich normalerweise, wenn sie kaputt gehen. Meist wäre es zwar günstiger, die Sachen zu ersetzen. Aber das ist für mich der falsche Weg», sagt sie. Darum mag sie Projekte wie die «ReparierBars». Aber auch die immer beliebter werdenden Sharing-Plattformen im Internet geniessen Döbelis Sympathie. «Man muss wirklich nicht alles selber besitzen. Ich bin beispielsweise seit Jahren Mobility-Mitglied.» Und Döbeli liebt es, unter Freunden Bücher oder Filme auszutauschen.

Schöne neue Dinge aus alten Materialien

Wenn Sabina Döbeli Neues kauft, dann gerne Neues aus alten Materialien. Nach ihren Lieblings-Upcycling-Produkten gefragt, weiss die Expertin so einiges aufzuzählen: Taschen von «schreif» aus Reifenschläuchen, Lampen von «2mol» aus Nespresso-Kapseln oder Möbel aus alten Verkehrsschildern von «Home Sign» sowie Gürtel aus alten Feuerwehrschläuchen von «Frisch Frech». Beim Upcycling-Basteltipp dagegen muss Döbeli passen. «Ich stelle sehr wenig selber her aus alten Materialien. Ich finde, andere können das besser als ich», sagt sie, lacht, und fügt gleich noch eine Ausnahme an: «Einmal im Jahr, an Silvester, sitze ich mit Freunden zusammen und wir basteln etwas fürs neue Jahr. Wir werden dann jeweils von einer Freundin angeleitet, die darin wirklich gut ist.»

Dass Döbeli so viele Upcycling-Produkte kennt, liegt auch daran, dass sie genau solchen Produkten mit Faircustomer.ch eine Plattform gibt. Verschiedene Händlerinnen und Händler, die nachhaltige Produkte anbieten, können diese auf Faircustomer.ch präsentieren. Die Produkte stammen jeweils entweder aus fairem Handel mit den Ländern des Südens, werden in gemeinnützigen Einrichtungen produziert, über «Social Entrepreneurs» gehandelt, sind besonders ökologisch produziert oder – und das ist oft der Fall – erfüllen mehrere dieser Kriterien gleichzeitig. Die Produkte sind auf dem Online-Marktplatz jeweils entsprechend gekennzeichnet.

Sinnvolles schenken

«Viele der Händlerinnen und Händler, die ihre Produkte bei uns präsentieren, arbeiten in der Produktion mit gemeinnützigen Einrichtungen, oft mit Menschen mit Handicap. Gerade in solchen Werkstätten entstehen enorm viele innovative Upcycling-Produkte», sagt Döbeli. Faircustomer.ch startete im Herbst 2008 mit 25 Händlern und 250 Produkten. Inzwischen bieten auf der Plattform rund 300 Händlerinnen mehr als 3000 Produkte an.

Ein Paradies also für jene, die sich langsam Gedanken über Weihnachtsgeschenke machen und gerne nachhaltige Dinge schenken. Sabina Döbeli schenkt sehr gerne, auch wenn sie gegenüber der konsumintensiven Weihnachtszeit als Nachhaltigkeitsexpertin etwas zwiespältige Gefühle hat. «Geschenke sind ja auch etwas sehr Schönes. Wichtig ist für mich, dass ich Sinnvolles schenken kann. Es muss beispielsweise nicht immer etwas Materielles sein», sagt sie. Besonders gerne beschenkt sie Kinder. «Sie haben ja oft sehr konkrete Wünsche, die ich an Weihnachten auch gerne einmal erfülle.» Schliesslich dürfe man nicht alles allzu eng sehen. Das gelte auch für die Nachhaltigkeit. «Das Bewusstsein dafür ist das Wichtigste.»

Upcycling-Produkte bei Faircustomer.ch

Ein Tipp für den Advent:
Der Adventskalender von Gammarus mit 24 nachhaltigen Geschenken

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