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Schützt CO2-Kompensation das Klima?

Elena Ibello, 23.07.2014

Sind CO2-Kompensationen bei Flügen tatsächlich gut fürs Klima oder bloss fürs eigene Gewissen? Dieser Frage wurde in der Sendung «Espresso» von vergangener Woche auf Radio SRF1 nachgegangen.

Mit CO2-Kompensationen kann ein Passagier oder eine Passagierin freiwillig für die Luftverschmutzung bezahlen, die er oder sie mit dem Fliegen anrichtet. Das geht ganz einfach in Form eines Zuschlages auf den Ticketpreis. Dieses Geld geht an die Organisation «myclimate». Diese investiert dann den Grossteil des Betrages in Klimaschutzprojekte weltweit. Die Investition entspricht dem angerichteten Klimaschaden, womit dieser eben «kompensiert» werden soll.

Kritisiert wird dieses Prinzip im Beitrag der Sendung «Espresso» beispielsweise von der Umweltnaturwissenschaftlerin Regula Keller. Sie sagt, wenn man wisse, dass man den Schaden kompensieren könne, dann fliege man auch mehr. «Die beste Emission ist die Emission, die gar nicht stattfindet.» Eine Emission könne schlicht nicht rückgängig gemacht werden, so Keller. Demgegenüber vertritt René Estermann von myclimate die Auffassung, dass Menschen sparsamer mit Flügen umgingen, wenn ein Aufschlag zum Preis dazu käme.

Generell fliegen Schweizerinnen und Schweizer immer mehr. Deshalb kommt auch vom WWF kein Loblied auf die CO2-Kompensationen. «Lieber kein Flug als ein kompensierter Flug», findet Patrik Hofstetter vom WWF. Aber wenn es denn unbedingt nötig sei, so doch bitte mit CO2-Kompensation.

Wie gross der Unterschied in Bezug auf die Emissionen zwischen Flug- und anderen Reisen ist, zeigt ein ebenfalls kürzlich erschienener Beitrag im «Kassensturz» von SRF.

(Bild: Luftansa / © Jens Görlich - © CGI: MO CGI GbR)

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