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Tanja Marcic und Tommaso Longo De Tommaso: «Klimaschutz liegt in vielen kleinen, unscheinbaren Dingen»

Kategorien: Portraits
Anne Nuria Boekhout, 16.03.2015

Seit 10 Jahren leiten Tanja Marcic und Tommaso Longo De Tommaso gemeinsam die Geschäftsstelle der Miss Earth Schweiz Organisation in Schlieren bei Bern. Seitdem findet jedes Jahr im Sommer die Wahl der Miss Earth Schweiz statt – einer Miss, die sich für Umwelt- und humanitäre Organisationen und Projekte einsetzt. Eine der Partnerorganisationen ist myblueplanet.

Tanja und Tom, in diesem Jahr gibt es die Miss Earth Schweiz Organisation seit 10 Jahren. Wie hat alles angefangen?

Tanja: Mein Geschäftspartner Tommaso und ich kennen uns seit über 16 Jahren. Wir haben zusammen für eine Modelagentur gearbeitet, bis wir zum Schluss gekommen sind, dass Schönheit eben doch nicht alles ist. Für mich kommt Schönheit von innen und diese sollte man möglichst für unsere Umwelt und gute Zwecke einsetzen. Genau das versuchen wir nun mit Miss Earth Schweiz.

Tommaso: Die Idee für Miss Earth Schweiz kam, also wir einen Zeitungsbericht über die in mittlerweile 113 Ländern durchgeführte «Miss Earth-Wahl» gelesen haben. Erst dachten wir, dass es nicht mehr als schon wieder eine neue Miss-Wahl war. Doch je mehr wir uns damit auseinandergesetzt haben, desto mehr war uns klar: Das ist eine gute Sache. Das Motto «Beauties for a cause» verkörperte denn auch genau unsere Denkweise. Und so haben wir Miss Earth Schweiz gegründet.

Tanja:  Anfangs war es natürlich nicht ganz einfach. Viele sahen den Zweck eines weiteren Schönheitswettbewerb nicht. Doch durch intensive Kommunikationsarbeit konnten wir Interesse und Vertrauen in unsere Arbeit wecken. Heute, 10 Jahre später, haben wir die Unterstützung von namhaften Sponsoren und Partnern – darunter auch myblueplanet. Wir sind da, wo wir sind, und haben Freude an unserem Konzept.

Warum brauchte und braucht es überhaupt einen «etwas anderen» Schönheitswettbewerb?

Tanja: «Miss Earth Schweiz» hat mit einem traditionellen Beauty Contest wenig zu tun. Unser Ziel ist es, ein gesellschaftliches Bewusstsein für Themen der Nachhaltigkeit zu schaffen, Mittel für konkrete soziale und Umweltschutz-Projekte aufzubringen und zur Handlung anzuregen und dies alles in Zusammenarbeit mit unserer aktuellen Miss Earth Schweiz.

Wo ist Miss Earth Schweiz zu Hause? 

Tommaso: Die meisten Leute glauben, unser Büro sei inmitten Zürichs. Wir haben uns jedoch bewusst für einen Standort entschieden, der zwischen Feldern und Wäldern liegt. Dies bietet uns den nötigen Ausgleich zur Glamourwelt. Wir sind sowieso der Auffassung, dass sich der Mensch zunehmend von der Natur entfernt, unwissend, dass die Natur Bestandteil unseres Geistes ist.

Was macht eine Miss Earth Schweiz alles während ihrer Amtszeit? Inwiefern ist das anders als bei anderen Miss-Wahlen

Tommaso: Anders als bei Veranstaltungen wie Miss Universe und Miss World wird bei Miss Earth ein besonderer Anspruch gefordert: die Bewerberinnen werden nicht lediglich wegen ihrer Erscheinung und Ausstrahlung, sondern vor allem aufgrund ihrer Bemühungen im Bereich der humanitären Hilfe und auf dem Gebiet des Umweltschutzes bewertet. Diese Besonderheit macht die jährliche Gewinnerin von Miss Earth International automatisch zur Sprecherin der Miss Earth Stiftung des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) und anderer aktiven Gruppen, die solche Programme unterstützen.

Tanja: Die Miss Earth Schweiz stellt ihre Schönheit und ihre Ausstrahlung in den Dienst ihrer Mitmenschen und der Umwelt. Nicht aufgrund eines modischen Trends, nein, aus Überzeugung, nachhaltig und engagiert, seit 10 Jahren. Und wir begleiten sie dabei, geben Rat und vernetzen. Gemeinsam wollen wir das Bewusstsein für ein friedvolles Zusammenleben der Menschen und für Nachhaltigkeit wecken. Das ist, woran wir glauben. Das ist, wofür wir leben. Das sind wir.

Tommaso: Und so wird Jahr für Jahr aus einer oft unerfahrenen, jungen Frau eine ebenso kompetente wie glaubwürdige Umweltbotschafterin. Eine Umweltbotschafterin, die für eine moderne, multikulturelle und soziale Schweiz steht und die das Verantwortungsbewusstsein für die Gesellschaft und die Umwelt stärkt.

Wie viel Spenden konnte die Miss Earth Schweiz Organisation bisher sammeln? Wen unterstützt ihr damit?

Tommaso: Bisher konnte die Miss Earth Schweiz Organisation CHF 334 500.- an Spenden sammeln und diversen Spende-Organisationen übergeben unter anderem an Terre des Hommes, das Kinderspital Zürich, Amnesty International, DAO Dach Organisation, Gehzeiten und Augenlicht schenken vom Roten Kreuz. Zudem ist die Miss Earth Schweiz auch Gesicht von diversen Brands wie Bon Prix, Ford Schweiz und Revlon Make Up. Weiter erhält sie attraktive Sponsorenpreise und ein gewisses Honorar, das sie innerhalb dieses Jahres erwirtschaftet.

Für euch persönlich – was bedeutet euch der Klimaschutz? Wo achtet ihr im Alltag auf klimafreundliches Verhalten?

Tanja: Der Klimaschutz liegt viel in kleinen, unscheinbaren Dingen … man muss sein Leben nicht völlig umkrempeln! Beim Wäsche waschen fängt es an. Auf der Etikette steht die maximale Temperatur. Die notwendige Temperatur kann aber viel tiefer sein, gerade wenn die Wäsche nicht stark verschmutzt ist. Das Kurzprogramm spart zusätzlich bis zu 25 Prozent Energie, und natürlich spart man Energie, wenn man Wäsche in der Sonne und nicht im Tumbler trocknet. 

Tommaso: Da kann ich Tanja nur beipflichten. Alles fängt im Kleinen, im Alltag an. Zum Beispiel beim Geschirrspülen. Hier braucht die Wäsche im Geschirrspüler weniger Wasser als der Handabwasch - natürlich nur, wenn der Geschirrspüler voll beladen ist. Wenn das Geschirr nicht stark verschmutzt ist, wähle ich Programme mit niedrigen Temperaturen oder Kurzprogramme. Das Beste ist, dass so etwas jährlich bis zu 1'500 Liter Wasser und Energie einsparen kann. Wenn man die Geschirrspülmaschine standardmässig auf 50 Grad einstellt, spart das bis zu 84 Kilowattstunden Strom - soviel wie 80 zusätzliche Spülgänge oder drei Monate kostenloses Abschwaschen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Shayade Hug, Miss Earth Schweiz 2014/2015 - die Botschafterin für myblueplanet

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