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Willi Herrmann: «Nur so viel Wirtschaft, wie die Natur erlaubt»

Kategorien: Portraits
Cornelia Diethelm, 28.04.2014

Willi Herrmann, myblueplanet, Klimaschutz

Willi Hermann hat eine Vision von einer neuen Welt. Seine Gedanken hat er unter dem Titel «Wir gestalten unsere Zukunft und die Zukunft unserer Kinder» zusammengefasst und sie sind im August 2009 als Buch bei Books On Demand, Norderstedt erschienen. Die beinahe 300 Seiten sind sein ganz persönlicher Einsatz für den Klimaschutz. Er ist überzeugt: «Unsere nachhaltige Umweltvorsorge funktioniert solange nicht, als unsere Infrastrukturen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft auf Mengenwachstum programmiert sind.» Es brauche das Zusammenspiel zwischen intakter Umwelt, solidarischer Gesellschaft und prosperierender Wirtschaft. Und ganz besonders heute müssten die Umweltvorsorge und eine nachhaltige Energiepolitik im Vordergrund stehen.

Innovative Vorschläge für den Klimaschutz
Willi Herrmann hat viele Vorschläge. Einer heisst: «Schadstoffe werden erfasst und bewertet. Die Verursacher müssen bezahlen und dieses Geld kommt kreativen und innovativen Lösungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zugute.» Der 65jährige Ostschweizer ist kein Fantast, kein weltfremder Fabulierer. Seit 2001 arbeitet er als Treuhänder und begleitet Start-Up-Unternehmen von der Gründung bis zum Break-Even-Point. 29 Jahre lang unterrichtete er davor in Winterthur als Gymnasiallehrer Wirtschaft und Recht und galt als «Öko-Papst», weil er so viel Wert auf Umweltschutz legte. Schon als Kind sei er ausgesprochen naturverbunden gewesen und konnte diese Seite auch in der Pfadi ausleben.

Über Jahre hinweg plädierte Willi Herrmann beruflich und privat dafür, Zusammenhänge zu erkennen und im besseren Kontakt mit der Umwelt zu leben. «Mittel- bis langfristig wird die Natur unserer Wirtschaft Grenzen setzen; je rascher wir dies realisieren, desto weniger laufen unsere Kinder und Enkel Gefahr, ihre Lebensgrundlage zu verlieren», sagt er und zitiert dann einen Satz aus der Agenda 21 von Rio de Janeiro 1992: «Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne für künftige Generationen die Möglichkeit zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.» Dieses Verantwortungsgefühl für die Zukunft ist bei ihm tief verankert. Er ist verheiratet und hat acht Kinder. Drei leibliche und «fünf geschenkte», wie er das Adoptivkind und die vier Stiefkinder nennt.

Global denken – lokal handeln
«Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland», zitiert Willi Herrmann den Schweizer Schriftsteller Jeremias Gotthelf. Jeremias Gotthelf lebte in einer Zeit, wo der Nationalstaat als weitester Horizont galt. «Heute wissen wir, dass unsere gegenseitige weltweite Abhängigkeit viel stärker ist, als eingefleischte Nationalisten wahrhaben wollen.» Willi Herrmann ist Mitglied der Weltföderalisten und stellt überzeugt fest: «Nur wenn jeder Einzelne sich für die Welt-Zivil-Gesellschaft mitverantwortlich fühlt und lokal mitverantwortlich handelt, können Gerechtigkeit, Frieden und Freiheit immer mehr Menschen zuteil werden.» Sein persönliches lokales Engagement gehört myblueplanet weinland. Ganz im Sinne von myblueplanet fordert er denn auch: «Denke global, handle lokal.» Und auf dem hinteren Deckel seines Buches steht:
Angst vor der Zukunft?
oder
Mut zum Aufbruch?
Jetzt!
Yes, we can!

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