Klimastreik – «Will für ois gahts um nüt weniger als absolut alles»

Das Thema Klimastreik kursiert derzeit in allen Schweizer Medien und vielleicht hast sogar du an einem solchen Streik teilgenommen. Auch wenn ich selbst (noch) nicht bei einer der Demonstrationen dabei war, habe ich mich trotzdem intensiv damit beschäftigt und freue mich darüber, dass sich Jugendliche weltweit für den Klimaschutz einsetzen.

In diesem Blogbeitrag möchte ich zusammenfassen, wie die Bewegung ihre Anfänge nahm, welche Gründe die Jugendlichen antreibt und mit welchen Forderungen sie sich an die Politikerinnen und Politiker wenden.

Wie alles anfing

Es war ein Freitag im Dezember 2018, als erstmals mehrere tausend Schülerinnen und Schüler in der Schweiz dem Unterricht fernblieben und stattdessen mit Bannern und lauten Parolen durch die Strassen zogen. Es war der erste Klimastreik in der Schweiz. Und es sollte nicht der letzte werden. Denn bereits am 18. Januar gingen laut der Organisatoren 22’000 Schweizer Schulkinder auf die Strasse – und das in 15 Städten der Schweiz. Getreu dem Motto «Die Politik handelt nicht, also handeln wir» setzt sich die junge Generation für griffigere Massnahmen im Klimaschutz ein. Angetrieben von der Angst über ihre Zukunft und dem Ärger über die Untätigkeit der Regierung in der Klimapolitik. Gerade in der Schweiz herrscht auch grosse Enttäuschung über das abgelehnte CO2-Gesetz, welches Anfang Dezember 2018 im Parlament diskutiert wurde.

Das Organisationskomitee hat sich dabei auf drei Hauptforderungen festgelegt:

  • Netto-Null-Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2030 ohne die Einplanung von Kompensationstechnologien.
  • Nationale Ausrufung des Klimanotstands. Die offizielle Schweiz anerkennt die Klimakatastrophe als zu bewältigende Krise; sie hat folglich auf die Krise zu reagieren und die Gesellschaft über diese Krise zu informieren.
  • Falls diesen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, braucht es einen Systemwandel.Klimastreik

Aufgeben? Das werden die Jugendlichen so schnell nicht. Weitere Klimastreiks sind bereits geplant. Hauptsächlich über die sozialen Medien organisiert und vernetzt, wird auch mittels dieser Kanäle über geplante Streiks kommuniziert. Immer mehr junge Menschen in immer mehr Städten der ganzen Welt schliessen sich der Bewegung an. Denn: «Für ois gahts um nüt weniger als absolut alles.»

Dem Vorbild Greta Thunberg gefolgt

Woher kommt die Idee, dass Jugendliche für den Klimaschutz auf die Strasse gehen? Die Initiantin des Klimastreiks ist die 15-jährige Greta Thunberg aus Schweden. Anfang Dezember 2018 erlangte sie mit ihren Klimastreiks weltweite Aufmerksamkeit. Schon im August begann die 15-Jährige erstmals, die Schule zu schwänzen und setzte sich stattdessen für strengere Massnahmen im Klimaschutz ein. Fortan blieb sie jeden Freitag der Schule fern. Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz, die im Dezember in Polen stattfand, wurde sie von den Medien entdeckt und als «Gallionsfigur der Klimaschutzbewegung» (Süddeutsche Zeitung) gefeiert.

Die junge Schwedin reiste dann auch – mit dem Elektroauto – an die UN-Klimakonferenz, um dort eine bemerkenswerte Rede zu halten. Wenn du dir die Rede anhören möchtest, klicke hier.

Zuletzt war Greta Thunberg am WEF in Davos zu Besuch. Angst, den Regierungschefs der ganzen Welt ihre Meinung zu sagen, hatte sie nicht. Unverhohlen und direkt sprach sie aus, was Sache ist. Hier findest du die Rede, welche sie am WEF hielt.

Hier habe ich eine Liste mit interessanten Zeitungsartikeln zum Klimastreik zusammengestellt:

Möchtest auch du dich beim nächsten Klimastreik für eine striktere Klimapolitik stark machen? Auf der Website der Organisatoren (climatestrike.ch) findest du nützliche Informationen dazu, wie auch du Teil dieser Bewegung werden kannst. Du könntest auch direkt an deiner Schule ein Klimaschutzprojekt starten. Wie zum Beispiel mit «Jede Zelle zählt – Solarenergie macht Schule!» eine Solaranlage auf deinem Schulhausdach bauen.

 

Bilder: climatestrike.ch