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Klimaschutz auf dem Teller

Kategorien: Klimawissen
Valérie Trüb, 10.09.2018

Ob die hippe vegane Smoothie-Bowl, der gesunde Avocadotoast mit pochiertem Ei oder das aufwändig dekorierte Cupcake mit üppiger Buttercreme-Haube – das Essen auf unserem Teller hat in den letzten Jahren  gewaltig an Stellenwert gewonnen; hat sich sogar zu einer Art Ersatzreligion entwickelt. Grund genug also, um sich auch einmal Gedanken über eine klimaschonende Ernährung zu machen. Denn die Bereitstellung von Nahrungsmitteln ist für rund einen Drittel aller durch den Konsum bedingten Umweltbelastungen verantwortlich. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Lebensmittel stark in ihrer Umweltfreundlichkeit. In diesem Blogeintrag möchte ich euch einige Tipps geben, wie ihr euren Teller klimafreundlich gestalten könnt.

Tipp Nr. 1: Den Konsum von tierischen Lebensmitteln reduzieren.

Unter den Nahrungsmitteln zählen Fleisch- und Milchprodukte sowie Eier zu den grössten Klimasündern. Sie machen rund 40 Prozent der ernährungsbedingten Umweltbelastungen aus. Doch warum fallen tierische Produkte derart ins Gewicht?

  • Bei der Verdauung und Ausscheidung setzen Wiederkäuer wie Kühe Methangas frei. Zudem entsteht bei der Lagerung und Ausbringung von organischem Dünger Lachgas. Beide sind Treibhausgase, die noch klimaschädlicher als CO2 sind.
  • Auch die Futterproduktion ist sehr energieintensiv. Dies weil oft Pestizide und Kunstdünger eingesetzt werden und deren Produktion ebenfalls viel Energie benötigt. 
  • Weitere Folgen der Futtermittelproduktion sind Bodenerosion und Entwaldung. Diese beiden Prozesse tragen ebenfalls zur Klimaerwärmung bei. So werden grosse Waldflächen für die Futterproduktion und die Tierhaltung gerodet.

Tipp Nr.2: Vorwiegend regionale und saisonale Produkte verwenden.

Achtest du darauf, vor allem regionale und saisonale Lebensmittel zu konsumieren, kannst du eine Menge CO2 einsparen und damit das Klima schonen. Dabei solltest du besonders auf eingeflogenes Gemüse und Früchte verzichten. Nicht-saisonale Produkte haben zudem entweder einen langen Transportweg oder werden in beheizten Gewächshäusern angebaut. Vergleicht man die Produktion im Freiland mit der im Gewächshaus, so benötigt letztere rund zehnmal mehr Energie. Leckeres Gemüse und frische Früchte kaufe ich deshalb am liebsten auf dem Wochenmarkt ein. Dort bekomme ich vom Bauern aus der Region saisonales Obst und dies oft auch in biologischem Anbau.

Tipp Nr. 3: Möglichst oft biologische Produkte konsumieren.

Wenn du Bio-Produkte vorziehst, dann kannst du eine Menge Emissionen einsparen. Denn die biologische Landwirtschaft verzichtet auf Pestizide und Kunstdünger. Dadurch wird nicht nur das Klima geschont, sondern auch die Wasser- und Bodenverschmutzung sind in der biologischen Produktion deutlich geringer.

Weiter ist es aber auch wichtig darauf zu achten, Lebensmittelabfälle durch eine geschickte Einkaufs- und Menüplanung zu vermeiden. Zudem kannst du auch mit einer energiesparenden Haushaltsführung, vor allem beim Kochen und Kühlen, das Klima schonen. Und letztlich wirst du unserer Umwelt auch Gutes tun, wenn du Lebensmitteleinkäufe zu Fuss oder mit dem Velo anstatt dem Auto erledigst.

Falls dich das Thema auch so interessiert wie mich, dann kann ich dir den Film „We Feed The World“ wärmstens empfehlen. Er liefert interessante Denkanstösse und macht uns bewusst, dass unsere Ernährungsgewohnheiten einen weit grösseren Einfluss auf die Umwelt haben als bisher gedacht. Den Film findest du zum Beispiel in der Datenbank von Filme für die Erde. Link:
filmsfortheearth.org/de/filme/we-feed-the-world

 

Wer nun Inspirationen sucht für ein leckeres Menü mit saisonalem Gemüse, dem möchte ich diese drei Websites empfehlen:

eat-this.org (vegan, Deutsch)

mynewroots.org (vegetarisch, Englisch)

deliciouslyella.com (vegan, Englisch)

 

Auf folgender Website kannst du sogar berechnen, wie viel CO2 durch deine Mahlzeit verursacht wird: klimatarier.com

Und zuletzt möchte ich euch noch Eaternity vorstellen (eaternity.org). Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, die es ermöglicht, eine exakte Ökobilanz eines Menüs zu erstellen. Gerade für Restaurants ist das eine tolle Möglichkeit, ihr Angebot klimafreundlicher zu gestalten.

Und nun wünsche ich euch viel Spass beim Entdecken neuer Klimarezepte! Falls ihr noch weitere tolle klimafreundliche Menüs kennt, teilt das doch in einem Kommentar mit.

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Annalena Schmid, Redaktorin mybluemoment blog

 

«Ob mit Karte und Kompass ausgerüstet oder mit Wanderschuhen an den Füssen - am liebsten verbringe ich meine Zeit draussen.»

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