Einwegplastik: Was können wir als Einzelpersonen tun?

Plastik ist nicht nur schlecht. Es hat unser Leben revolutioniert und verbessert. Kunststoff ist ein vielseitig verwendbares und günstiges Material, das praktisch in allem zu finden ist, was wir in unserem Alltag verwenden. Aus Bequemlichkeit missbrauchen wir die Verwendung von Kunststoff (insbesondere Einwegkunststoff) jetzt allerdings so, dass wir unsere Umwelt mit Plastikmüll belasten. Es dauert Jahrhunderte bis Plastik biologisch abgebaut wird und in der Zwischenzeit werden unsere Ozeane damit stark verschmutzt und tausende wilde Tiere getötet. Obwohl in der Schweiz der größte Teil des Plastikmülls entsorgt wird, hat Littering in den letzten Jahren stark zugenommen. Schätzungen zufolge produzieren wir jedes Jahr über 300 Millionen Tonnen Kunststoff – davon 50% für den einmaligen Gebrauch – und mehr als 8 Millionen Tonnen landen jedes Jahr in unseren Ozeanen. Weltweit werden nur zwischen 10% und 13% des Kunststoffs recycelt.

Was hat Plastik mit dem Klima zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht gerade sehr viel. Kunststoff wird unter anderem aus Erdöl hergestellt. Die Erdölgewinnung verursacht von der Bohrung bis hin zum Endprodukt viel CO2. Das ist nur die eine Seite. Die andere ist unser übermässiger Konsum, der generell sehr viel CO2 verursacht. Dazu gehört auch zu viel Plastik, wo es eigentlich gar nicht nötig wäre. Aber bei vielen Produkten lässt sich Kunststoff kaum vermeiden, wenigstens nicht in der heutigen Zeit. Aber es gibt immer neuere, innovativere Erfindungen, die Kunststoff zum Teil auch ersetzen können, sofern die Umweltbilanz denn stimmt.

Aber was ist eigentlich Einwegkunststoff? Genau wie das Wort selbst sagt, wird Einwegkunststoff nur einmal verwendet und dann entsorgt. Er braucht jedoch mehrere hundert Jahre sich aufzulösen. Beispiele sind Wasserflaschen, Mitnahmebehälter, Einwegkaffeetassen, Plastiktüten, -trinkhalme und -besteck.

Was können wir als Einzelpersonen tun, um den Einwegplastik und im Allgemeinen den unnötigen Kunststoffverbrauch zu reduzieren?

Individuelles Verhalten ist entscheidend. Wenn man den Beitrag aller hinzufügt, kann man erstaunliche Ergebnisse erzielen. Ein schrittweiser Ansatz ist der einfachste Weg, sich an einen plastikfreieren Lebensstil anzupassen. Schritt für Schritt können wir den Punkt erreichen, an dem Einwegplastik für uns nur eine Erinnerung ist. Man könnte mit der Entscheidung beginnen, keine Plastiktüten mehr zu verwenden. Dann dazu übergehen kein Wasser mehr aus Plastikflaschen zu trinken, beim Kaffee zum Mitnehmen einen eigenen Becher zu verwenden und so weiter.

Als ich meinen Kampf gegen Einwegkunststoffe vor ein paar Jahren begann, fing ich mit sehr wenig an, nur meine eigenen Taschen zum Einkaufen mitzunehmen. Jetzt scheint es ziemlich normal, da wir heutzutage für Plastiktüten bezahlen müssen. Als sie noch gratis waren, konnte man kaum jemanden sehen, der seine eigenen Einkaufstaschen trug. Bequemlichkeit hey!

Eine gute Gewohnheit um Plastik in unserem Alltag mehr und mehr zu vermeiden, ist immer eine eigene Ausrüstung bei sich zu haben: eine wiederverwendbare Tasche, einen tragbaren Becher, eine Wasserflasche. Man findet immer mehr Brunnen an öffentlichen Orten, zum Beispiel an Bahnhöfen, an denen wir unsere eigenen Flaschen nachfüllen können. Flaschenwasser ist nicht unbedingt gesünder als Leitungswasser und in der Schweiz ist Leitungswasser in den meisten Fällen genauso trinkbar wie Flaschenwasser – laut blinden Geschmackstests auch genauso lecker.

Auch wenn man gerne Take-away isst, sollte man wenn möglich Gaststätten vermeiden, an denen nur Plastikbehälter und Besteck verwendet werden. Heutzutage bieten mehr und mehr Restaurants abbaubare oder vollständig recycelbare Essensbehälter und Besteck an. Es wäre ideal das Essen zum Mitnehmen in seiner eigenen Lunch Box oder einem Behälter abfüllen lassen. Das ist nicht so bequem, aber es verursacht sicherlich Null-Abfall! Wenn ich unterwegs bin und an einer Bar etwas trinke, frage ich immer, ob das Getränk in Plastik- oder Glasflasche kommt und natürlich entscheide ich mich für das Glas. Wenn sie Getränke vom Fass servieren, noch besser!

Beim Lebensmittels einkaufen ist es wirklich schwierig völlig plastikfrei zu kaufen. Obwohl viele Artikel häufig in unnötige Verpackungen eingepackt werden, kann die Haltbarkeit frischer Artikel durch Kunststoffverpackungen erheblich verlängert und die Lebensmittelverschwendung verringert werden. Normalerweise wähle ich loses Obst und Gemüse und bringe ich immer meine eigenen Tüten mit. Es gibt auch viele nicht frische Produkte, bei denen man den alternativen Artikel in Papierverpackung findet oder zumindest bei denen die Kunststoffverpackung recycelt werden kann. Heutzutage kann man auch den Kunststoffverpackungsabfall in Supermärkten zum Recycling bringen.

Bei Körperpflegeprodukten wird es etwas schwieriger, da beispielsweise feste Shampoos oder Lotionen nur von bestimmten Marken vertrieben werden oder nur online erhältlich sind. Normalerweise bestelle ich ein- oder zweimal im Jahr Körperpflegeprodukte in großen Mengen online. Es ist echt erstaunlich, wie viele Produkte heutzutage in einem festen Stück zu finden sind, sogar festen Sonnenschutz! Und sie wirken wie Flüssigseifen, versprochen!

Wenn es um die Küche oder Reinigungsprodukte im Allgemeinen geht, kann man auch viel tun. Erstens brauchen wir nicht so viele Produkte, wie überall in Supermärkten angeboten werden. Man könnte die Küche nur mit Marseiller Seife und weißem Essig säubern und damit auch die Teller waschen. Es gibt auch eine große Auswahl an Bio-Geschirrspülmittel und Waschtabletten oder Puder, die in Kartons geliefert werden.

Wenn wir unsere Einkaufsgewohnheiten ändern und die mit Kunststoff umhüllten Artikel vermeiden können – insbesondere solche, die mit unnötigem Kunststoff oder übermäßiger Verpackung umhüllt sind -, senden wir als Verbraucher auch eine klare Botschaft an die großen Produktmarken, dass wir immer mehr verpackungsfreie Produkte wollen. Zusammen haben wir einen großen Einfluss und je mehr wir plastikfrei kaufen, desto mehr plastikfreie Artikel werden angeboten!


(source: www.plasticoceans.org)
(www.plasticfreechallenge.org).