Ein Drittel der CO₂-Reduktionen will die Schweiz über Projekte im Ausland erzielen. Unabhängige Prüfungen (z. B. E-Busse in Bangkok, Reisanbau in Ghana) zeigen jedoch erhebliche Zweifel daran, ob die versprochenen Einsparungen tatsächlich erreicht werden.
Für die Vergabe von CO₂-Zertifikaten müssen zusätzliche CO₂-Minderungen erzielt und Doppelzählungen ausgeschlossen werden. Darüber hinaus soll eine nachhaltige Entwicklung gefördert werden. Die Schweiz hat dazu bereits Abkommen mit 18 Staaten geschlossen.
Quellen:
Im Roman Halbinsel von K. Bilkau erklärt die junge Klimaexpertin Linn ihrer Mutter wie CO2-Kompensationsgeschäfte funktionieren:
»Okay, ein plakatives Bild«, sagte sie. »Stell dir eine Ehe vor. Du hast ständig Affären und belügst deinen Partner. Du weißt, dass du dein Verhalten ändern musst. Es wären ehrliche Gespräche, eine Paartherapie oder sogar eine Trennung angesagt. Aber du willst nichts ändern. Für dich wäre am besten, wenn alles so bleibt, wie es ist. Du erfindest ein Lösungsmodell: Du bezahlst eine andere Person dafür, in ihrer Ehe zu hundert Prozent ehrlich und treu zu sein. Dafür bekommst du Zertifikate, die dir bescheinigen – alles in Ordnung, kompensiert und abgegolten, mach weiter wie bisher. Als ob dieser Deal dein Verhalten ungeschehen machen würde. Als ob dein Handeln nun keine Konsequenzen hätte. Aber so ist es ja nicht.«
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