Interview mit Julia Joss: myblueplanet Kuchenverkauf

Julia Joss, Sekundarschülerin in Winterthur, ist auf myblueplanet zugekommen, um sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen. Sie hat ihre Freunde zusammengetrommelt, um einen Kuchenverkauf zu veranstalten. Beeindruckt von ihrer Einstellung und Leidenschaft, haben wir mit ihr ein Interview geführt.

Wie lange beschäftigt dich das Thema «Klimaschutz» schon?

Schon immer war der Klimaschutz bzw. die Veränderung des Klimas ein Thema bei uns am Familientisch, jedoch so richtig damit befasst, habe ich mich erst als ich in die Oberstufe gekommen bin.

Hast du schon andere Aktionen für’s Klima organisiert?

Selbst organisiert, habe ich vor dem Kuchenverkauf noch keine, jedoch nahm ich schon mehrmals an Veranstaltungen teil.

Hast du noch weitere Aktionen geplant?

Bisher nicht. Ich glaube jedoch, dass es sinnvoll ist, den Klimademonstrationen auch Taten folgen zu lassen, wie zum Beispiel unseren Kuchenverkauf. Es ist anzunehmen, dass dies nicht meine letzte Aktion war.

Hast du schon einmal an einem Klimastreik teilgenommen?

Ja, regelmässig.

Was tust du sonst noch für’s Klima in deinem Alltag?

Ich versuche meinen ökologischen Fussabdruck so klein wie möglich zu halten. Ich benütze zum Beispiel für meine acht Kilometer Schulweg sowie den Besuch meiner Sportaktivitäten ausschlich mein Fahrrad.

Wie behandelt deine Schule das Thema Klima-/Umweltschutz?

Wir thematisieren einzelne Aspekte im Alltag, grosse Unterrichtsthemen könnten aber noch vermehrt Einzug halten.

In welchen Bereichen siehst du den grössten Handlungsbedarf?

Das Thema Umwelt bring die Demokratie an ihren Rand. Solange die Leute zu allem ja oder nein sagen dürfen, wird es weder ein Verbot grosser Benzin betriebener Autos, noch von Ölheizungen geben. Neben Anreizen und finanzieller Unterstützung braucht es also politisch auch einen Weg für Verbote.

Du hast erzählt, dass du gerne Politikerin werden möchtest. Was wäre deine erste Amtshandlung?

Die Frage ist auf welcher Ebene ich politisieren würde. Ich werde wohl kaum als erstes Bundespräsidentin. Für Winterthur könnte ich mir folgende grössere Schritte vorstellen:

Verkehr:

  1. Busfahrten für alle gratis (Anreiz zum Umstieg von privatem Verkehr zu öffentlichem).
  2. Alle Staatsstrassen werden konsequent mit Velostreifen nach gerüstet. (Noch besser wären Velowege.)
  3. Auf Stadtgebiet gefahrene Autokilometer werden massiv besteuert, aus den Einnahmen werden Parkhäuser am Stadtrand erstellt, in denen die Autos kostengünstig geparkt werden können. (Damit man mit ihnen nicht in die Stadt fahren muss.) (Verwendung der Autos nur noch für Langstreckenfahrten und Transporte. Damit wird die notwendige Verkehrssicherheit für Fahrräder auf den Strassen geschaffen.)

Energie:

  1. Das Stadtwerk sollte beauftragt werden, möglichst bald nur noch Ökostrom anzubieten.
  2. Bei Sanierungen von Heizungen dürfen keine Öl- oder Gasheizungen eingebaut werden.
  3. Alle nach Süden ausgerichteten neugebauten Häuser, dürfen ausschliesslich mit Solarzellen bedeckt werden.

Ökologie:

  • Ich würde mich dafür einsetzten, dass Subventionen in der Landwirtschaft ausschliesslich an biologisch produzierende Bauern ausbezahlt werden. (Anreiz zum Umstieg)

Welche Message möchtest du sonst noch teilen?

Liebe Politiker: Ein Satz von Zwingli würde euch auch heute noch gut tun: «Tut um Gottes Willen etwas tapferes!»

Bist du zufrieden mit deiner Kuchenverkaufsaktion? Wurden deine Ziele erreicht?

Ja. Es hat hat Spass gemacht und es war ein Erfolg – vielen Dank an MyBluePlanet für die grosse Unterstützung!

Welche Reaktionen hat diese Aktion bei der Bevölkerung ausgelöst?

Ich hoffe nicht nur Lust auf Kuchen, sondern auch das Bewusstsein über die Anliegen von myblueplanet.

Erzähle uns doch bitte von einer positiven & (allenfalls) negativen Rückmeldung.

Man lernt die Leute bei solchen Aktionen kennen. Die meisten waren sehr nett und haben uns teilweise auch grosszügig unterstützt, jedoch gab es vereinzelt auch solche, die uns teilweise ungerechtfertigt kritisiert haben.

Was hast du daraus gelernt?

Etwas schönes mit etwas nützlichem zu verbinden, macht einen selbst glücklich!

Würdest du wieder einmal einen Einsatz für myblueplanet machen?

Ja, unbedingt! Ihr wart alle unglaublich nett und hilfsbereit! Ich will mich nochmal im Namen von uns allen bei euch für die grosse Unterstützung bedanken! Also, DANKE!

Ihr könnt uns gerne wieder aufbieten.